Fokussiert voran
Adelshofen AKTUELL 3/2026
Wir schauen nicht erst seit Gründung der Stiftung fokussiert nach vorn, aber wir haben den Eindruck, dass es seitdem immer häufiger auf die Probe gestellt wird. Dabei geht es nicht nur ums nach vorn schauen, sondern vor allem darum, fokussiert zu bleiben. Als vor gut vier Jahren einmütig und mit großer Überzeugung die Verantwortung für die Weiterführung des Lebenszentrums von der Kommunität an die neue Stiftung übergeben wurde, schwang bei manchem im Hinterkopf vielleicht auch so ein bisschen der Gedanke mit: Es wird zwar manches neu werden – aber so grundlegend wird sich im Alltag wohl nichts verändern.
Nun, die letzten Jahre haben uns gelehrt, dass das ein Trugschluss ist. Veränderung zu diesen Konditionen gibt es nicht. Entwicklungsprozesse kennen nur eine Richtung, und das ist die nach vorn. Da geht es nicht um das, was früher schön war oder was damals funktioniert hat, so schmerzhaft diese Wahrheit auch sein mag. Es geht im Kern darum, nach vorn zu schauen. Im Umkehrschluss heißt das allerdings nicht, alles Frühere aufzugeben oder abzulehnen. Es geht vielmehr darum, daran anzuknüpfen, darauf aufzubauen und die Zukunft zu entwickeln. Fokussiert.
Genau dafür wurde die Stiftung gegründet und wir verraten kein Geheimnis, wenn wir sagen, dass das mit dem Fokus, der Entwicklung und den Veränderungen oft leichter gesagt ist als getan. In manchem sind wir noch nicht so geübt, manches scheint in der Theorie ganz schlüssig, aber in der Praxis läuft es nicht so richtig rund. Wir haben Entscheidungen getroffen, haben ausprobiert, haben korrigiert. Nur eins haben wir nicht getan, auch wenn sich die Dinge um uns herum immer wieder ändern: Wir haben unseren Fokus nicht aufgegeben!
Das tun wir auch jetzt nicht, obwohl es eine weitere Veränderung gibt. Christian Pletsch hat sich Mitte Mai aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand und allen Leitungsaufgaben zurückgezogen. Das bedrückt uns vor allem deshalb, weil es ihm als Mensch, Kollegen, Bruder und Freund nicht gut geht, und wir beten sehr für Ihn! Wir sind gespalten und hin und hergerissen zwischen den Empfindungen. Auf der einen Seite unsere Sorge und Fürsorge für Christian, auf der anderen Seite unsere Pflicht und Verantwortung, fokussiert voranzugehen. Nicht stehen bleiben zu können. Möge Gott uns das rechte Maß schenken, seine Kraft und Weisheit. Dass wir nicht nur Dinge richtig tun, sondern vor allem, dass wir die richtigen Dinge tun.
Gemeinsam mit unserem starken Team in Adelshofen stellen wir uns dieser Situation. Mitten im Prozess der Werksveränderung eine weitere Veränderung. Mitten im Bemühen um Konsolidierung unserer Strukturen und Finanzen eine neue Sachlage, der wir nicht ausweichen können. Und auch nicht wollen. Die kommenden Monate werden uns in verschiedenen Bereichen mächtig fordern. Eins aber istdabei auf jeden Fall sicher und gut: Dass wir nicht allein unterwegs sind, dass Gott mit uns ist, und dass auch Sie mit uns sind, als Freund und Unterstützer unseres Auftrags. Danke dafür! Danke, dass Sie nachfragen! Danke, dass Sie anpacken! Danke, dass Sie dafür beten, dass wir fokussiert bleiben und voran gehen.
Ganz herzlich, Ihr
Dr. Jürgen Schulz, Vorstandsvorsitzender und Rektor des Theologischen Seminars
Sr. Martina Luschnat, Leiterin der Kommunität Adelshofen und Vorstandsmitglied
